Timber Peak: Holz-Hybrid-Hochhaus in Rheinland-Pfalz

Der Einsatz von Holz als Baustoff leistet durch die langfristige Speicherung von Kohlendioxid einen relevanten Beitrag zum Klimaschutz. Vor dem Hintergrund der hohen CO₂-Emissionen des Bausektors rücken Holz- und Holz-Hybridbauweisen zunehmend in den Fokus – auch im Büro- und Gewerbebau. Mit dem Timber Peak, dem ersten Holz-Hybrid-Hochhaus in Mainz, wird deutlich, wie diese Bauweisen in einem innerstädtischen, mehrgeschossigen Kontext umgesetzt werden können.

Entwickelt wurde das Hochhaus von UBM Development. Im Gespräch berichtet das Unternehmen über die Beweggründe für die gewählte Holz-Hybrid-Bauweise, die energetische Konzeption sowie über Erfahrungen aus Planung, Bau und Betrieb des Projekts.
 

Warum haben Sie sich für eine nachhaltige Bauweise entschieden, und wie prägt das die Architektur sowie das Arbeiten in Ihrem Gebäude?

Der Einsatz von Holz anstelle von Stahl und Beton ist der größte Hebel, der einem Immobilienentwickler zur Verfügung steht, um den CO2-Fußabdruck eines Gebäudes bei dessen Errichtung so klein wie möglich zu halten. 

Der Timber Peak ist ein Hybridbau, das heißt, er besteht aus einem inneren Treppenhauskern aus Stahlbeton und umliegenden Geschossflächen, die zum Großteil aus Holz bestehen. Die zukünftigen Mieter profitieren stark von den bekannten Eigenschaftes des verbauten Holzes: Es schafft ein gesundes Wohnraumklima, filtert Gerüche, verbessert dadurch die Raumluft, reduziert die Anfälligkeit von Allergien und trägt zum natürlichen Schallschutz bei. Hinzu kommt die natürliche Optik, die ein Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit vermittelt.

Nachhaltigkeit endet nicht mit der Fertigstellung. Wie wurde Ihr Gebäude für die Zukunft gedacht?

In der Holz-Hybrid-Konstruktion sind 1.050 Kubikmeter Holz verbaut. Und darin steckten rund 1.000 Tonnen CO₂, die langfristig im Holz gebunden bleiben. Für das wegweisende Gebäude wurde ein integratives Niedrigenergiekonzept entwickelt. Das bedeutet, dass im Zusammenspiel verschiedener erneuerbarer Energien ein klimaneutraler Betrieb bei größtmöglicher Autarkie und Kostensicherheit erzielt werden soll. Hierzu kommen Geothermie, Photovoltaik, adiabate Kühlung, Wärmepumpen und eine intelligente Gebäudetechnik zum Einsatz.

Für die Erdwärmenutzung wurden mehr als 120 Bohrpfähle in den Untergrund des Hafengeländes getrieben. Diese dienen als Erdwärmesonden und reichen bis in das in unmittelbarer Nähe des Rheins recht hoch anstehende Grundwasser. Der Betrieb der Wärmepumpen soll mit externem Grünstrom versorgt werden. Die adiabate Kühlung beruht auf einer Abluftbefeuchtung, die an die Lüftungsanlage gekoppelt ist. In den Etagen befinden sich an den Decken Klimatisierungssegel, welche die Wärme- und Kälteversorgung regeln. Die Solarmodule auf dem Dach werden zum Teil zur Eigenstromversorgung des Gebäudes genutzt.

Welche Erfahrungen nehmen Sie aus dem Projekt mit?

Wenn man über die Baustelle geht, fällt auf, dass es fast kein Materiallager gibt. Alle Holzelemente werden just-in-time angeliefert. Das unterscheidet auch im Hochbau den Holzbau von herkömmlichen Projekten. Der hohe Grad an Vorfertigung bedeutet einen höheren Grad an Detaillierung bei der Planung im Vorfeld. Daraus ergibt sich dann auch eine wesentlich schnellere Bauzeit, was finanzielle Vorteile bringt. Außerdem gibt es weitere Pluspunkte wie weniger Lärm für die Anrainer, weniger Emissionen und ein trockenes Arbeiten bei der Vorfertigung in der Fabrik.

Weitere Impressionen

Steckbrief:

Projekt: Timber Peak

Standort: Zollhafen Mainz

Planung: UBM Development

Projektziele:

  • Umsetzung eines mehrgeschossigen Bürohochhauses in Holz-Hybrid-Bauweise
  • Realisierung eines integrativen Niedrigenergiekonzepts mit erneuerbaren Energiequellen und hoher energetischer Effizienz
  • Auslegung des Gebäudes auf Langlebigkeit, Anpassungsfähigkeit und Kreislauffähigkeit